#007 Gehaltsangabe in Stellenangeboten - nicht verpflichtend, aber sinnvoll

Shownotes

Von Unternehmen oft gefordert, doch von Bewerbern häufig verteufelt: die Gehaltsvorstellung. Was würdest du davon halten, wenn dein Unternehmen statt bei Bewerbern nach einer Gehaltsvorstellung zu fragen, direkt ein Gehalt in der Stellenanzeige nennt?

Das Problem liegt auf der Hand: Oft kennen Kandidaten den eigenen Marktwert nicht oder können diesen nur schwer einschätzen. Der Bewerber möchte sich weder unter Wert, noch über Wert verkaufen. Warum also nicht als Unternehmen den ersten Schritt in Richtung Transparenz wagen und das Gehalt direkt vorab offenlegen. Das spart Zeit und Frustration auf beiden Seiten. Wir zeigen dir, welche weiteren Gründe dafür und welche dagegen sprechen. 

 

Inhalte dieser Folge:

  • Gehaltsangabe in Stellenanzeigen in Deutschland
  • Entscheidendes Kriterium für Kandidaten ist die Gehaltsangabe
  • Vorteile einer Gehaltsangabe im Stellenangebot
  • Gehaltsangabe bei bestimmten Branchen und Berufen

 

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00:00:06: Impulse, wie du Stellenanzeigen optimiert, damit wirklich passende Bewertende

00:00:10: ansprichst und dadurch Zeit und Geld sparst. Aber vor allem Lebensqualität

00:00:16: gewinnst. [Jingle] In der heutigen Folge unseres Podcasts erfährst du.

00:00:32: Gehaltsangabe in Stellenanzeigen in Deutschland Ausnahme oder Regel?

00:00:37: Entscheidendes Kriterium für Kandidaten ist die Gehaltsangabe. Vorteile

00:00:43: einer Gehaltsangabe im Stellenangebot und Inhaltsangaben bei ganz bestimmten

00:00:49: Branchen und Berufen. Ist es denn jetzt eine Ausnahme, eine Gehaltsangabe

00:00:55: in dem Stellenangebot zu machen in Deutschland? Oder ist es eher die Regel?

00:01:00: Spannende Frage: Generell sind Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet,

00:01:06: eine Grehaltsangabe zu machen, aber sie heben sich positiv als Arbeitgeber hervor.

00:01:13: Auch hierzu gibt es eine spannende Studie, und zwar von Jobware nennt sich Umfrage

00:01:17: Report 2014/2015. Demzufolge wünschen sich 79 Prozent der Befragten

00:01:25: eine Gehaltsangabe. Grund: Ganz einfach. Die Bewerben können vorab schon prüfen,

00:01:33: ob sich der Bewerbungsaufwand lohnt und ob der Marktwert stimmt. In Österreich gibt

00:01:39: es sogar eine Pflicht zur Angabe eines Mindestgehalt in Stellenangeboten seit

00:01:44: ein paar Jahren. Dagegen gibt es in Deutschland den hartnäckigen Spruch.

00:01:51: Man spricht nicht über das Gehalt bzw. man spricht nicht über Geld. Ganz ehrlich

00:01:57: immer mehr Menschen tun's halt doch. Ja, die Angabe ist also im Moment

00:02:03: in Deutschland eher eine Ausnahme und keine Pflicht. Wenn man also

00:02:09: nach dem Befragten geht, dann wünschen sie sich, dass die Unternehmen einfach mal

00:02:15: die Hosen runterlassen und sagen, was sie bereit sind zu bezahlen. Und anstelle

00:02:20: einer Floskel z.B. attraktives Gehalt oder leistungsgerechte Vergütung könnte man

00:02:27: doch z.B. ein Mindestgehalt nennen oder auch eine Gehaltspanne. Das zeigt

00:02:32: eine gewisse Transparenz gegenüber Kandidaten. Ja, aus unserer Arbeit

00:02:39: mit verschiedenen Unternehmen wissen wir, dass Unternehmen sich sehr schwer tun.

00:02:45: Zum einen das Argument "Naja, ich hätte ja viel mehr bezahlt, wenn ich mich vorher

00:02:52: schon festgelegt hätte, oder?" "Bei der Person war ich aber bereit, doch dann mehr

00:03:00: zu bezahlen." Wenn wir davon ausgehen, dass ein Unternehmen ein faires Gehalt

00:03:07: bezahlen möchte, dann macht sich das Unternehmen ja ohnehin schon Gedanken

00:03:11: darüber, welchen Bereich es bezahlen möchte. Und insofern glaube

00:03:16: ich persönlich, dass eine gewisse Gehaltsspanne zu nennen durchaus möglich

00:03:21: ist, wenn die entsprechende Person das dann "wert ist" auch darüber

00:03:26: hinauszugehen. Warum nicht? Oft ist es ja tatsächlich auch so, dass man im ersten

00:03:32: Gespräch dann feststellt zum Beispiel bei einer Ingenieurstelle. Eine der Fragen ist

00:03:41: dann einfach immer "Welches Gehalt stellen Sie sich denn vor?" Dann antwortet

00:03:45: der Bewerbende und dieser hat sich natürlich vorher auch schon Gedanken

00:03:48: gemacht, hat gegoogelt. Was kann ich denn verlangen? Was bin ich denn wert? Wie viel

00:03:53: Erfahrung habe ich? Und dann fängt das große Schwitzen an... Und die Person nennt

00:03:58: eine Gehaltsspanne oder ein Gehalt, was sie sich vorstellen kann. Und wenn dann

00:04:02: das Unternehmen merkt Menschenskinder, da bin ich so weit davon entfernt,

00:04:07: dass lassen wir lieber! Weil wenn selbst wenn ich die Bewerbende Person jetzt

00:04:13: irgendwo hin verhandele, dann wird sie vermutlich nicht glücklich sein.

00:04:17: Und diesen ganzen Prozess bis zum ersten Gespräch kann man sich "sparen", indem man

00:04:26: vorher sich ein bisschen abgleicht. Passen wir einigermaßen da zusammen. Deswegen,

00:04:32: wenn es irgend möglich ist, dann ist es auf jeden Fall ein Vorteil, hier schon

00:04:38: wenigstens eine Gehaltsspanne zu nennen oder ein Mindestgehalt. Dazu verpflichtet

00:04:43: sich das Unternehmen und ich denke, dass es tatsächlich eine faire Sache. Ja,

00:04:49: dann gibt es noch eine andere Studie Personalmarketing 2.0 und Index Wie kommt

00:04:56: zu folgenden Ergebnissen. Nur 12 Prozent der 800.000 untersuchten Stellenanzeigen

00:05:02: in Print und Web haben im August 2020 einige Gehaltsangabe enthalten. Und zwar

00:05:11: in Form von Stundenlohn brutto Monats- oder brutto Jahresgehalt. Und auch hier

00:05:16: sind die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen und Branchen sehr,

00:05:21: sehr groß. Unterm Strich bleibt aber festzuhalten Mit einer Gehaltsangabe

00:05:26: und sei sie auch nur ungefähr, kann ein Unternehmen auf jeden Fall punkten

00:05:30: und auch Zeit und Energie einsparen. Wenden wir uns Thema 2 zu: Dem Gehalt

00:05:38: als wichtigstes Auswahlkriterium für Kandidaten. Tatsächlich gibt es Studien,

00:05:45: die belegen, dass die Gehaltsangabe, die Klick und Bewerbungsbereitschaft deutlich

00:05:50: erhöhen. Warum ist denn das so? Neben der Sicherheit der Anstellung ist Gehalt oft

00:05:58: einer der wichtigsten Gründe für die Auswahl des Arbeitgebers. Auch eine gute

00:06:03: Unternehmenskultur und andere Vorteile können überzeugen. Aber das Gehalt ist

00:06:08: einfach ein sehr starker Motivator. Was hab ich denn noch für Vorteile,

00:06:14: wenn ich das Gehalt angebe? Ich sorge einfach als Unternehmen

00:06:18: für eine Transparenz, die seinesgleichen sucht. Vor allem ich hebe mich ab.

00:06:24: Die Angabe von Gehältern ist auch ein Filter für Unternehmen auf der einen

00:06:28: und für die Kandidaten auf der anderen Seite. Ich spare damit Zeit und Geld

00:06:32: im Recruiting. Falls die Vorstellung einfach sehr weit auseinanderliegen.

00:06:37: Wie gesagt, Gespräche müssen teilweise vielleicht noch nicht einmal geführt

00:06:41: werden. Google for Jobs belohnt die Gehaltsangabe tatsächlich mit einem

00:06:47: besseren Ranking. Das bedeutet mehr Sichtbarkeit. Zum Thema Google for Jobs

00:06:53: haben wir ebenfalls eine eigene Folge, da gerne mal reinhören, wenn das interessant

00:06:58: für dich klingt. Ja, unterm Strich habe ich mehr passende Bewerbungen,

00:07:03: wenn ich das Gehalt nenne. Auch hier gibt es natürlich Studien dazu. Eine Analyse

00:07:11: von Gehalts Reporter.de und Zalvus fand heraus, dass Stellenangebote

00:07:18: mit Gehaltsangabe bis zu 30 Prozent höhere Klickzahlen haben. Und 20 Prozent mehr

00:07:27: Bewerbungen. Eine andere Umfrage von Candidate Experience 2020 von Softgarden

00:07:35: geht sogar noch weiter. 60 Prozent mehr Klicks haben sie herausgefunden

00:07:39: und eine dreimal höhere Bewerbungswahrscheinlichkeit,

00:07:43: wenn eine Gehaltsangabe vorhanden ist. Dreimal höher ist jetzt auch relativ.

00:07:50: In Zahlen ausgedrückt ohne Gehaltsangabe eine Bewerbungswahrscheinlichkeit von 25

00:07:56: Prozent und mit von 75 das ist doch mal ein Wort. Kommen wir jetzt zum dritten

00:08:03: Punkt die Gehaltsangabe in Branchen- und Berufsvergleich. Nachdem was wir gerade

00:08:10: gehört haben, könnte man ja sagen: "Ja gut, ok. Auch wenn es mir noch so

00:08:14: schwerfällt, ich muss eigentlich immer ein Gehalt angeben." Kann man das so pauschal

00:08:18: sagen? Nein, auf gar keinen Fall. Immer. Auf jeden Fall nach Beruf und nach Branche

00:08:24: entscheiden, ob die Angabe eines Gehaltes wirklich den gewünschten Erfolg liefert.

00:08:30: Manchmal kann es sogar nach hinten losgehen. Was meine ich damit? Die gerade

00:08:35: zitierte Analyse von Gehaltsreporte.de und Zalvus kommt nämlich auch zu einem anderen

00:08:41: spannenden Ergebnis: Verschiedene Berufsgruppen reagieren unterschiedlich

00:08:45: auf Gehaltsangaben. Unbedingt angeben solltest du also das Gehalt bei der Suche

00:08:52: im Vertrieb, Produktion und Instandhaltung, Beratung und Consulting

00:08:58: im Ingenieurswesen und in der IT und Entwicklung. Lieber keine Angaben bei HR,

00:09:08: Marketing, Projektleitung und Assistenz- und Administrationsberufen. Warum ist

00:09:15: das so? Warum sollte ich hier keine Angaben machen? Nun, die Studie hat

00:09:21: herausgefunden, dass die Klickzahlen mit der Angabe des Gehaltes meistens sogar

00:09:26: sinken. Eine Aussage dazu, warum das so ist, hat die Studie nicht getroffen.

00:09:33: Eine Vermutung an der Stelle. Möglicherweise wegen der erhöhten

00:09:37: Nachfrage nach Fachkräften in diesen Gruppen wird das Gehalt gegebenenfalls

00:09:43: eher als nichts so entscheidendes Kriterium wahrgenommen.

00:09:47: Möglicherweise sind dort z.B. Unternehmenskultur viel, viel wichtiger.

00:09:54: Das Fazit lautet also immer im Einzelfall entscheiden, ob ein Gehalt genannt werden

00:09:59: sollte oder nicht eine allgemeine Aussage ist leider nicht möglich. Ja,

00:10:06: die wichtigsten Learnings diese Folge nochmal ganz kurz für dich zusammengefasst

00:10:10: Die Gehaltsangaben in Deutschland sind eher eine Ausnahme als eine Regel

00:10:15: und damit ein absolutes Differenzierungsmerkmal. Die Gehaltsangabe

00:10:21: ist definitiv ein Kriterium für Kandidaten, ob Sie die Anzeige klicken

00:10:25: oder sich bewerben sollen. Viele Vorteile ergeben sich daraus, dass ich das Gehalt

00:10:31: angebe, z.B. Kostenersparnis im Recruiting oder durch eine Selektion vorab.

00:10:38: Die Gehaltsangabe bei bestimmten Branchen und Berufen ist durchaus sinnvoll,

00:10:44: bei anderen jedoch nicht zu empfehlen, also immer im Einzelfall entscheiden. Tja,

00:10:51: das war's auch schon wieder mit dieser Episode. Ich hoffe, du konntest

00:10:54: was für dich mitnehmen. Ich freue mich sehr, wenn du das nächste Mal rein hörst,

00:10:58: wenn es wieder heißt Wertvolle Unternehmen finden wertvolle Mitarbeitende. Ganz liebe

00:11:03: Grüße und bis zum nächsten Mal deine Nina vom kirschwerk. Ups, da war ja noch was.

00:11:09: Willst du mehr von uns erfahren? Dann folge uns sehr gerne auf Facebook,

00:11:12: Instagram oder LinkedIn. Und natürlich freuen wir uns über jeden Abonnenten

00:11:16: und jedes Like. Danke dir, Tschau.

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